Fairer Handel - Guatemala
Das von Bergen, Vulkanen und Urwald durchzogene Guatemala gehört zu den wenigen Ländern Lateinamerikas, die hauptsächlich von Nachkommen der Mayas bevölkert werden. Die Maya-Nachkommen werden in der Regel an den Rand der Bevölkerung gedrängt, sie stellen die ärmsten Bewohner, die auch unter der Bürgerkriegszeit der vergangenen Jahrzehnte am meisten gelitten hat. In dieser Zeit sind viele guatemaltekische Einwohner nach Mexiko, Honduras, El Salvador und andere Länder vertrieben worden oder ausgewandert, um dort ihre Traditionen weiter leben zu können.
 Straße in Guatemala City |
Dennoch konnten sie den größten Teil ihrer ethnischen Identität bewahren. So werden noch in vielen Landesteilen eine der 23 Mayasprachen gesprochen und die traditionellen Kleidungsmuster der einzelnen Regionen gefertigt und getragen.
Die politische Situation hat sich seit einigen Jahren entspannt, die Infrastruktur im ganzen Land wird seit dem Jahrtausendwechsel sehr gefördert und ausgebaut. Durch den Bürgerkrieg oder schlichtweg Vernachlässigung zerstörte und eingestellte Straßen- und Busverbindungen wurden wieder in Betrieb genommen und repariert, so dass die Transportwege im Lande wieder gut funktionieren. Damit sind viele unserer Produzenten nicht mehr auf Esel oder Pferd angewiesen, wenn sie ihre Waren aus den Dörfern zu den Märkten oder auch manchmal zu unserem Einkäufer bringen, sondern können bequem und zeitsparend Busse nutzen, die auch finanziell für sie erschwinglich sind. In den ländlichen Regionen ist jedoch immer noch das Bildungs- und Gesundheitswesen sehr unterentwickelt.
 Straßenverkauf einer Perlenherstellerin |
Die meisten Indigenas in Guatemala ernähren sich von Landarbeit oder von ihren Webkünsten. Die Landarbeiter verdienen meist nicht genug um ihre Familien zu ernähren. Daher haben wir uns selbst für eine Patenschaft für einen kleinen Jungen entschieden, dessen Vater seine Familie von Tages-Jobs ernähren muss. Unser kleiner Jose wird nun eine Schule besuchen und wir hoffen, dass auch seine Geschwister von der Patenschaft profitieren. Bei meinem nächsten Besuch in Guatemala werde ich Jose besuchen und kennen lernen, um mir ein genaueres Bild verschaffen zu können, wie wir dieser Familie noch helfen können.
 Weberin in Guatemala |
Verschiedene Webtechniken und Designs sind typisch für das Land, ebenso wie die sehr bunten Farben, die hierbei verwendet und miteinander kombiniert werden. Die gefärbten Garne werden meist von mehreren Dorfbewohnern gemeinsam eingekauft, um niedrigere Einkaufspreise zu erzielen. Die kräftigen Farben sind in der Hauptsache chemisch hergestellt und werden aus Deutschland importiert. Diverse Projekte, die mit Pflanzenfarben arbeiten, bringen bisher nicht die leuchtenden Farben hervor, die sowohl die Kunden in Guatemala selbst als auch in unserem Land wünschen. Die verwendeten Farben entsprechen der deutschen Farbstoffverordnung und enthalten keine Gifte. Der größte Teil der guatemaltekischen Webwaren geht in den Export, da das Land immer mehr modernisiert wird und dadurch mehr und mehr Menschen der eigenen Bevölkerung Industriekleidung und -artikel bevorzugen.
Ein Dank aus Guatemala:
Guatemala , 23. August 2006 - Bezirk von Chimaltenango
Hiermit informieren wir Sie über die Situation der kunsthandwerklichen Arbeit, bei der erwachsene Personen die genannte Arbeit realisieren.
Wir haben eine Gruppe von Familien-Oberhäuptern organisiert, um die Bestellungen abdecken zu können.
Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihr Interesse daran, für die Zukunft der Kinder zu sorgen, die dadurch eine bessere Chance im Leben haben.
Das Kunsthandwerkgeschäft "Noelia".
Mit freundlichen Grüßen
Norma Elisabeth Cutzal Salazar |
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