Produzenten-, Hersteller- und Länderinfos
Informationen zu unseren Importen aus Guatemala
Wir beziehen unser komplettes Guatemala-Programm, zu dem unter anderem Sortimente mit den Namen „Chichi“, „Rio Panil“, „San Antonio“ und auch Häkelbälle gehören, über unseren englischen Einkäufer, der in Guatemala lebt. Er ist dort seit vielen Jahren mit einer Guatemaltekin verheiratet, hat 3 Kinder und ernährt seine Familie durch das Einkaufen und Versenden von indianischem Kunsthandwerk in alle Welt. Er ist langjähriger Vertrauter von A la Siesta e. K. und den Herstellerfamilien vor Ort.
Verschiedene Webtechniken und Designs sind typisch für das Land, ebenso wie die sehr bunten Farben, die hierbei verwendet und miteinander kombiniert werden. Die gefärbten Garne werden meist von mehreren Dorfbewohnern gemeinsam eingekauft, um niedrigere Einkaufspreise zu erzielen.
Ein Teil der Webwaren wird von verschiedenen Hersteller-Familien in kleinen Dörfern, die zum Teil noch nicht einmal auf einer Landkarte zu finden sind, rund um den Ort Chichicastenango hergestellt und auf dem dortigen Markt verkauft. Unser Einkäufer kauft unsere Artikel dort direkt von den Familien, die ein- bis zweimal pro Woche den langen Weg von ihrem Dorf in die kleine Stadt auf sich nehmen.
Der weitere Teil der Web- und Holzartikel wird in kleinen Dörfern rund um den Atitlan-See, einem großen Vulkansee in Guatemala, gefertigt und mit Booten zu einem weiteren Markt gebracht. Unsere Guatemala-Wollartikel werden in einem Ort in den Bergen nah der mexikanischen Grenze gefertigt. Das Rohmaterial für unsere Strohhüte stammt von den Palmen der guatemaltekischen Pazifik-Küste, wird von dort in ein Bergdorf gebracht und zu Hüten verarbeitet.
In Guatemala werden lange Ortsnamen wie „Quetzaltenago“ o. ä. umgangssprachlich auf das halbe Wort abgekürzt. Die meisten Namen unserer Guatemala-Artikel lehnen sich an diese Ortsnamen an.
Durch die Herstellung von Textilien können die Ureinwohner Guatemalas in ihren Dörfern bleiben und sind nicht gezwungen in die Städte zu ziehen, um dort einer Arbeit nachzukommen. Ihre Jahrhunderte alte Tradition gibt ihnen somit die Grundlage für ein ordentliches Auskommen und für die Ausbildung ihrer Kinder.
Informationen zu unseren Importen aus Mexiko
Unsere Mexikanischen Netz-Hängematten und Sitze kommen aus dem kleinen Ort Chumayel im Süden von Yucatan, Mexiko. Die Familien in diesem Ort sichern sich ihren Lebensunterhalt durch die traditionelle Herstellung von Hängematten. Viele dieser Familien konnten schon, finanziert durch die Herstellung von Hängematten, ihre Strohhütten durch Häuser aus Stein ersetzen und sind somit den in letzter Zeit immer häufiger auftretenden Wirbelstürmen nicht mehr wehrlos ausgesetzt.
Durch ihre Arbeit und ihr regelmäßiges Einkommen können die Familien in ihrem Heimatort bleiben und sind nicht gezwungen in größere Städte umzusiedeln, um dort eine Arbeit zu finden. Die Hängematten werden in ihren eigenen Häusern oder im Freien hergestellt.
Die Kinder unserer Hersteller besuchen alle eine Schule. Sie lernen ab einem Alter von ca. 12 Jahren im Familienbetrieb z. B. an Puppen- oder Babyhängematten spielerisch das Handwerk des Hängemattenknüpfers. Nach ihrem Schulabschluss haben sie die Möglichkeit im Familienbetrieb zu arbeiten oder auch ihre Bildung in einer Stadt mit z. B. Studium weiter auszubauen.
Unser Exporteur, bei dem in der Kreisstadt auf Yucatan im wahrsten Sinne des Wortes „die Fäden zusammenlaufen“, ist in Nebentätigkeit als Dozent an der katholischen Universität in Merida beschäftigt und ermöglicht hier auch den Familien aus dem Weberdorf gute Einstiege in die höhere Bildung. Auch sind in seinem Haushalt einige junge Menschen beschäftigt, die vorher sozial sehr schlecht gestellt waren und bei ihm ein regelmäßiges und sehr gutes Gehalt bekommen.
Mexikos Töpferei-Tradition reicht weit in die präkolumbianische Zeit zurück. Schon die indianischen Ureinwohner waren Meister in der Verarbeitung des Tons. Auch heute noch spielt die Töpferei eine zentrale Rolle im mexikanischen Kunsthandwerk, getragen von tausenden Familienbetrieben.
Die Techniken zur Herstellung von Tonwaren sind unterschiedlich. Da gibt es das Gestalten von Hand, das Drehen auf der Scheibe, die Verwendung von Molden und das Gießen in Formen. Was Formgebung und Bemalung angeht, entwickelt jede Familie eigene Designs, die von Generation zu Generation weitergegeben und variiert werden.
Gebrannt wird – je nach Art der Keramik und der Glasur – in einfachen, rund gemauerten Lehmöfen oder in großen Ziegelbrennern. Die gebräuchlichste Art der Keramikherstellung in Mexiko ist das Niedrigbrand-Verfahren. Die relativ einfachen, holzbefeuerten Öfen werden 2 - 3 Stunden angeheizt und die zuvor an der Luft getrockneten und dekorierten Tonprodukte bei Temperaturen von ca. 500 °C bis 700 °C sieben bis acht Stunden gebrannt.
Noch aus präkolumbianischer Zeit stammen Technik und Materialen für die Oberflächenbemalung. Diese Naturpigmentfarben stellen die Künstler/innen selbst her, indem sie roten, weißen, schwarzen oder gelben Ton in Wasser verflüssigen, so dass eine Art Tusche entsteht. Die jeweilige Färbung des Tons richtet sich nach den in der Erde enthaltenen Mineralien.
Um die Keramik vor Frost und Dauerregen zu schützen, können Sie diese mit einem im Baumarkt erhältlichen Imprägniermittel für Stein und Beton einstreichen, z. B „Trockene Mauer“. Ohne diesen Anstrich sollten die Kunstwerke nicht unserer Witterung ausgesetzt werden.
Informationen zu unseren Importen aus Nepal
Warum A la Siesta e. K. auf fairen Handel mit Nepal setzt
In Nepal herrscht eine große Wohlstandskluft zwischen der Stadt- und Landbevölkerung. Mehr als die Hälfte der 28 Millionen Nepalesen sind Analphabeten. 70 % der Bevölkerung werden von dem herrschenden Kastensystem, welches dem indischen ähnelt, nicht als gleichwertig anerkannt. Sie haben nur durch Arbeiten in Fair-Handels-Betrieben, die vielfach von zurückgekehrten Auslands-Nepalesen geführt werden, die Möglichkeit zur Bildung und besserem Lebensstandard. Bei den jüngeren Menschen geht hier bereits ein Bewusstseins-Wandel von-statten, der z.B. durch zurück gekehrte Auslandsstudenten ein-geleitet wurde. Nepal gehört zu den ärmsten Ländern: Etwa 40 % der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Das durchschnittliche Monatseinkommen beträgt 18 Euro. Die Diskriminierung und Ausbeutung von Minderheiten, Frauen und Kindern ist immer noch, trotz Schutz durch die Verfassung, weit verbreitet und auch ein Grund für die instabile politische Situation im Land.
Trotz der hohen Beschäftigung der Bevölkerung in der Landwirtschaft (ca. 80 %) beträgt ihr Anteil am Bruttosozialprodukt lediglich 41 %, da in dieser Branche nicht sehr viel verdient werden kann. Dazu schwindet die für die Landwirtschaft nutzbare Fläche von Jahr zu Jahr aufgrund verschiedener Einflüsse wie dem Monsun und dem Kahlschlag der Wälder. 80 % der Exportgüter Nepals sind Reis, Kartoffeln, Mais und andere Getreidesorten.
Die politische Situation ist seit der Absetzung des Königs 2007/2008 etwas stabiler als zuvor, hat die maoistische Partei doch eines Ihrer Ziele erreicht: Das Ende der Monarchie. Ihr 2. Ziel, das Ende des Kastensystems ist noch nicht erreicht, daher finden weiterhin regelmäßig Großdemonstrationen, Streiks und Straßensperren statt, die von der Bevölkerung geduldig hingenommen werden.
A la Siesta e. K. führt seit mehreren Jahren einen fairen Handel mit Nepal, um die ärmere Bevölkerung im Ausstieg aus dem Kastensystem und den Einstieg in Bildungsmöglichkeiten und besseren Lebensstandard zu unterstützen. Aus dem Himalaja-Gebirge importierten wir z.B. Wollartikel wie Schals, Pulswärmer, Mützen, unser Filz-Sortiment und Papeterie-Artikel aus Seidelbastpapier. Unser Einkäufer vergibt die Aufträge an mehrere Familienunternehmen, die von uns direkt ausgesucht worden sind. Hier werden in erster Linie arbeitslose Frauen und auch Studentinnen mit einem Nebeneinkommen unterstützt. Unser Einkäufer überwacht die Regeln des fairen Handels und die Einhaltung Kriterien.
Eine unserer Herstellerinnen schreibt:
"Zu unseren Herstellern möchte ich sagen, dass alle unsere Produkte nur von Frauen hergestellt werden, die keine Ausbildung genießen durften oder von Hausfrauen und Studentinnen, die sich ihr Studium selbst finanzieren müssen. Wir bilden diese Frauen soweit aus, dass sie unsere Produkte herstellen können. Wir unterstützen sie, indem wir Ihnen Arbeit geben und helfen ihnen damit, auf eigenen Füßen zu stehen. Jede der Frauen kann frei entscheiden, wie viel sie arbeiten möchte und kann. Nachdem wir die Frauen ausgebildet haben, verteilen wir nur noch die Aufträge. Die Frauen müssen nicht mehr zum "Workshop" kommen, sondern fertigen von nun an die Produkte zu Hause an und bringen sie zu uns.
Im sozialen Bereich liegt mein persönliches Interesse in der medizinischen Versorgung meiner Mitmenschen. Wir haben eine private Klinik aufgetan, mit deren Hilfe wir kostenfreie Untersuchungen durch qualifizierte Ärzte gewährleisten können. Mit meiner Familie kann ich dazu beitragen, eine Nächstenliebe hier in der Gemeinschaft aufzubauen. Das schafft keine große Organisation.
Wir stellen Ärzte für die Klinik ein und sie machen ihre Arbeit. Mein ältester Sohn ist auch Arzt, er arbeitet unentgeltlich in der Klinik. Unterstützt in dieser Arbeit wird er von meinem Mann, der ebenfalls Arzt ist, auch finanziell.
Für die Zukunft planen wir diese Klinik zu erweitern, indem wir auch klinische Untersuchungen sowie die medizinische Grundversorgung frei anbieten können. Aber das ist ein großes Projekt, für das wir finanzielle Unterstützung von großen Organisationen benötigen. Wir hoffen das Beste."
Helfen Sie uns, diesen Fortschritt weiter voranzubringen! Durch den Kauf unserer Artikel aus Nepal können Sie wesentlich dazu beitragen, Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern. Sie helfen unseren Hersteller- Frauen, ein geregeltes Einkommen zu haben, mit dem Sie ihre Kinder und sich selbst ernähren können. Sie sorgen für eine Bildung der Kinder durch die Möglichkeit des in Nepal kostenpflichtigen Schulbesuchs. Dies reduziert die Analphabetenrate. Des Weiteren helfen Sie unseren Einkäufern bei der medizinischen Versorgung von vielen Menschen dieser Region, die dieses wunderbare Angebot der kostenfreien medizinischen Versorgung wahrnehmen können.
Das Mithila-Projekt – Malereien von Frauen aus Nepal
Mithila war ein altes Königreich, welches in den östlichen Ebenen des Ganges in Regionen lag, die sich heute über den halben Staat Bihar (Indien) und nahe gelegene Teile Nepals erstrecken. Mithila war die Hauptstadt des Königreichs Videha. Die Stadt wurde in der Moderne als „Janakpur“, gelegen in Dhanusa, einem Landesteil Nepals, identifiziert. Die dortige native Kunst ist bekannt als „Mithila-Kunst“ und wird ursprünglich mit Naturfarben von indigenen Frauen aus dem südlichen Terai Nepals auf Hauswände und Fußböden gezeichnet. Diese Kunst beschreibt auf symbolische Art das Leben des Mithila-Volkes.Die Mithila-Zeichnungen werden meist von Frauen gemacht und von Generation zu Generation in jeder Familie und Gesellschaftsschicht weiter vererbt. Die meisten Mithila-Gemälde findet man heute auf handgearbeiteten Papier (Loktapapier) und auf T-Shirts und Bettwäsche.Das Mithila-Frauenkunsthandwerkprojekt ist ein führendes Zentrum der Mithila-Gemäldekunst. Es vermittelt ein Bewusstsein über das Bedürfnis nach einem gesicherten Lebensstandard der Frauen in Nepal. Frauen sind die negierte Gruppe der Mithila-Gesellschaft, obwohl ihre Hände voller Kreativität stecken. Es ist ihnen bisher nicht erlaubt, externe Arbeiten zu verrichten. Die Mithila-Bewegung stärkt diese Frauen durch die Möglichkeit einer finanziellen Selbständigkeit.
1990 ließ das Janakpur-Frauen-Entwicklungszentrum erstmalig die Frauen außerhalb des Hauses als Künstlerinnen arbeiten. Die Frauen fingen allmählich an, ein echtes Einkommen zu verdienen.
Wie können Sie helfen?
Sie können die Frauen alleine dadurch unterstützen, dass Sie ihre Kunst erwerben und damit ihr Talent anerkennen.
Ihr Beitrag unterstützt ihr Leben und ihre Teilnahme am Gesellschaftsleben. Helfen Sie uns, diese Kunst-Kooperative zu unterstützen!
Informationen zu unseren Importen aus Indonesien
Im Wesen der Balinesen liegt eine Liebe zur Kreativität und zu künstlerischen Aktivitäten. Dies spiegelt sich in den phantasievollen Produkten wieder, welche auf Bali entstehen.
Weben, Schnitzen, Drechseln, Flechten – kaum eine Technik, die auf Bali nicht zu finden ist. In fast allen Ecken der Insel findet man entlang den größeren Straßen der Dörfer und Siedlungen Kunsthandwerk-Betriebe, die mit der Bemalung von Holzfiguren, dem Batiken von Stoffen oder der Schmuckherstellung beschäftigt sind.
Sofern die kleinen Familienbetriebe über regelmäßige Aufträge verfügen, können Sie ihre Kinder in die kostenpflichtigen Schulen schicken. Dies wird auf Bali als erstes Ziel nach der Grundversorgung angesehen. Hier haben wir mit der Bewegung des fairen Handels in den vergangenen Jahren das Bewusstsein sehr positiv verändert, wie einer unserer Hersteller sagt: „wir lernen von Euch und haben gesehen wie wichtig es ist, dass unsere Kinder eine ordentliche Bildung genießen, um eine gute Zukunft zu haben.“ Durch die Abnahme der Produkte können Sie zur Kontinuität dieses Prozesses beitragen.
Unser Einkaufsteam auf Bali gibt unsere Produktion an die Handwerksbetriebe auf Bali und Java und achtet hier speziell auch auf Arbeitsschutz, z.B. dass den Lackierern unserer Holzartikel der Umgang mit Farbe genau erklärt wird, sie in gelüfteten Räumen arbeiten usw., unser Team kontrolliert, packt und versendet gemeinsam mit ihrer Familie die Waren an A la Siesta e.K. und bespricht Qualitätsstandards, gewünschte Änderungen und auch soziale Regelungen mit den Herstellern.





